45. ADAC Zurich 24h-Rennen 2017

  • 45. ADAC Zurich 24h-Rennen
  • Veranstalter: ADAC Nordrhein e.V., Köln
  • Nordschleife und GP-Strecke (Kurzanbindung)
  • DMSB-Nr.: 01/2017
  • Zuschauer: ca. 205.000

Zeitplan*

Donnerstag, 25. Mai 2017
15:45-17:25 Uhr ADAC Zurich 24h-Rennen | Freies Training | Gesamtstrecke Mehr …
20:05-23:30 Uhr ADAC Zurich 24h-Rennen | Qualifying 1 | Gesamtstrecke Mehr …
Freitag, 26. Mai 2017
09:30-11:30 Uhr ADAC Zurich 24h-Rennen | Qualifying 2 | Gesamtstrecke Mehr …
19:50-20:30 Uhr ADAC Zurich 24h-Rennen | Top-30-Qualifying | Gesamtstrecke Mehr …
20:40-21:30 Uhr ADAC Zurich 24h-Rennen | Pitwalk | Boxengasse  
Samstag, 27. Mai 2017
08:15-09:15 Uhr ADAC Zurich 24h-Rennen | Warm-up | Gesamtstrecke Mehr …
13:45-15:10 Uhr ADAC Zurich 24h-Rennen | Startaufstellung | Start und Ziel  
15:10 Uhr ADAC Zurich 24h-Rennen | Formationsrunde | Gesamtstrecke  
15:30 Uhr ADAC Zurich 24h-Rennen | Rennen | 24 Stunden | Gesamtstrecke  

Das Rennen

Dramatisches Finale beim 24h-Rennen

  • Erfolgreicher Konter mit Reifen-Poker nach bitterem Rückschlag
  • Audi Sport Team WRT rutscht der Sieg wieder aus der Hand
  • Rowe Racing schnappt sich im Finale noch Rang zwei

Erst tief betrübt, dann im Land der Träume: Dank eines geistesgegenwärtigen Pokers beim letzten Boxenstopp zwei Runden vor Schluss erkämpften sich Markus Winkelhock, Kelvin van der Linde, Christopher Mies und Connor de Phillippi doch noch den Sieg beim 45. ADAC Zurich 24h-Rennen auf dem Nürburgring, der eigentlich schon verloren schien. 90 Minuten vor Schluss hatte ein defekter Sensor am Audi R8 LMS mit der #29 das Team von Wolfgang Land noch nach vielen Stunden an der Spitze die Führung gekostet und den Traum vom Sieg scheinbar hatte platzen lassen. Als zwei Runden vor Schluss aber plötzlich Regen einsetzte, zog das Team beim eigentlich schon verpatzten Boxenstopp in letzter Sekunde noch Regenreifen auf und holte die schon enteilten Konkurrenten doch wieder ein. Dem zu dieser Zeit führenden WRT-Audi #9 rutschte der greifbar nahe Sieg auf profillosen Slicks noch durch die Finger. Schlussfahrer René Rast musste sogar noch Rang zwei an Nick Catsburg im BMW M6 GT3 #98 von Rowe Racing abgeben, nachdem beide für die letzte Runde auch auf Regenreifen gewechselt hatten. Insgesamt prägten 21 Führungswechsel das Rennen.

„Ich weiß gar nicht was ich sagen soll, für mich war das Rennen eigentlich schon verloren“, sagte ein fast sprachloser Markus Winkelhock nach seinem insgesamt dritten Nürburgring-Triumph nach 2012 und 2014, den 205.000 Zuschauer am gesamten Wochenende miterlebten. Für Christopher Mies war es der zweite Erfolg am Ring nach 2015, Kelvin van der Linde, Connor de Philippi und Teamchef Wolfgang Land kletterten zum ersten Mal ganz oben auf das Podest.

Der siegreiche Audi R8 LMS mit der Chassisnummer AS4SAFGT201700069 war zuvor in Asien im Einsatz. Er hatte bereits den FIA GT World Cup im November 2016 in Macau und im Dezember die 12 Stunden von Sepang bestritten sowie ein VLN-Rennen, bevor er ins 24-Stunden-Rennen ging. Die Audi-Sport-Mitarbeiter personalisieren ihre Rennwagen gerne und gaben dem späteren Siegerauto den Namen Catalena. Im Verlauf von 158 Runden legte das Siegerfahrzeug mit der Startnummer 29 genau 4.009,724 Kilometer zurück. Bei einer Fahrtdauer von exakt 24:02.28,858 Stunden ergibt sich ein Durchschnittstempo von 166,784 km/h einschließlich aller Boxenstopps. Eine längere Distanz mit 4.035 Kilometer legte in der Geschichte des 24h-Rennens auf dem Nürburgring bis dahin nur Audi Sport Team Phoenix im Jahr 2014 zurück.

Hitchcock-Krimi in den letzten Minuten

„Jetzt habe ich endlich verstanden, warum der Nürburgring ‚Grüne Hölle‘ heißt“, meinte de Phillippi. „Ich habe nur noch über Funk das Kommando bekommen: Push, push, push“, verriet Schlussfahrer van der Linde. „Das war ein echter Hitchcock-Krimi. Ich bin erleichtert und riesig stolz auf meine Truppe, die nie aufgegeben und immer gesagt hat: Das Rennen ist erst bei der schwarz-weiß-karierten Flagge zu Ende. Jetzt wird nur noch gefeiert“, sagte Wolfgang Land.

Der dreimalige Le-Mans-Sieger Marcel Fässler, der sich die #9 neben Rast mit Nico Müller und Robin Frijns geteilt hatte, ging auch am Tag nach seinem 41. Geburtstag in der Eifel wieder leer aus. Trotz aller Enttäuschung gönnte der Schweizer den Erfolg den Markenkollegen, „die den Sieg verdient haben“. Riesenjubel herrschte dagegen bei Rowe Racing. „Das war absolutes Chaos. Man hat nur noch nach Gefühl entschieden. Der zweite Platz ist für alle ein Gewinn. Die Show war gigantisch. Das war Motorsport der Extraklasse“, sagte Teamchef Hans-Peter Naundorf nach der bislang besten Platzierung seiner Mannschaft am Ring, die Catsburg mit Markus Palttala, Alexander Sims und Richard Westbrook erkämpfte.

„Das war im sprichwörtlichen Sinne ein heißes Rennwochenende! Unglaublich tolles Wetter, harte Positionskämpfe bis zur letzten Minute und Fans, die eine Riesenparty gefeiert haben: Das 24h-Rennen war ein echtes Motorsportfest”, sagte Rennleiter Wolfgang Hornung, der nach 23 ¾ Stunden mit Eifel-untypischem Sonnenschein noch ein spektakuläres Finale im Regen erlebte. Denn ein Wolkenbruch in den letzten Minuten stellte den Rennverlauf noch einmal auf den Kopf. Während Rast und Catsburg in der vorletzten Runde mit profillosen Slicks fast hilflos im Schneckentempo über die Nordschleife rutschten, kämpfte sich van der Linde im Land-Audi mit seinen Regenreifen doch wieder an die Spitze zurück.

Bester Mercedes-AMG war der Vorjahressieger von Black Falcon mit der #1 auf dem fünften Platz direkt vor dem Frikadelli-Porsche #31 auf Rang sechs. Der Wochenspiegel-Ferrari #22 erkämpfte sich Position sieben, bester Bentley war die #37 von Abt auf dem 16. Platz.

In der TCR-Klasse erzielten Andreas Gülden (D), Benjamin Leuchter (D), Constantin Kletzer (A) und Dennis Wüsthoff (D) nicht nur den Sieg. Der 350 PS starke Golf GTI von Mathilda Racing #175 war auf Gesamtrang 29 auch der bestplatzierte Tourenwagen und ließ unzählige leistungsstärkere Sportwagen – darunter sämtliche Fahrzeuge der GT4-Klasse – hinter sich. Benjamin Leuchter: „Im Rennen mussten wir ein Radlager austauschen, dafür haben unsere Mechaniker lediglich 5:11 Minuten benötigt – Wahnsinn! Als es angefangen hat zu regnen, habe ich es richtig fliegen lassen, habe 58 Sekunden auf das letzte vor uns liegende GT4-Fahrzeug aufgeholt und bin in der letzten Runde noch vorbeigekommen.“ Das Team Bonk Motorsport erreichte mit dem Audi RS 3 LMS den zweiten und den dritten Platz in der TCR-Klasse.

In der Cup-5-Kategorie gingen insgesamt 13 BMW M235i Racing an den Start. Nach 138 Runden kam die Startnummer 249, gefahren von Yannick Mettler (SUI), Patrick Hinte (GER), Marc Ehret (GER) und dem amtierenden BMW Sports Trophy Sieger Michael Schrey (GER), auf dem ersten Rang ins Ziel.

Pole-Position #704, Jeff Westphal / Franck Mailleux / Andreas Simonsen / Felipe Fernandez Laser,
TRAUM MOTORSPORT SA,
Scuderia Glickenhaus, SCG003C,
8:15.427 Min. = 184.408 km/h
Gestartet 160
Gewertet 109
Nicht gewertet 51
Sieger #29, Connor De Phillippi / Christopher Mies / Markus Winkelhock / Kelvin  van der Linde,
Audi Sport Team Land,
AUDI R8 LMS,
158 Runden, 24:02:28.858 Std. = 166.784 km/h
Schnellste Runde #22, Georg Weiss / Oliver Kainz / Daniel Keilwitz / Jochen Krumbach,
Wochenspiegel Team Monschau,
Ferrari 488 GT3
8:19.375 Min. = 182.950 km/h

Gesamtergebnis Plätze 1 bis 10

  # Kls. Team Fahrer Wagen Rdn. Gesamt (Std.)
Schnitt (km/h)
Rückstand
Schn.-Rnd. (Min.)
Schnitt (km/h)
in Runde
1 29 SP9 Audi Sport
Team Land
Connor De Phillippi,
Christopher Mies,
Markus Winkelhock,
Kelvin  van der Linde
AUDI
R8 LMS
158 24:02:28.858
166.784
-
8:22.120
181.950
112
2 98 SP9 Rowe Racing Markus Palttala,
Nick Catsburg,
Alexander Sims,
Richard Westbrook
BMW
M6 GT3
158 24:02:58.276
166.728
29.418
8:23.919
181.301
112
3 9 SP9 Audi Sport
Team WRT
Nico Müller,
Marcel Fässler,
Robin Frijns,
Rene Rast
AUDI
R8 LMS
158 24:03:19.480
166.687
50.622
8:22.423
181.840
91
4 42 SP9 BMW Team
Schnitzer
Marco Wittmann,
Tom Blomqvist,
Martin Tomczyk,
Augusto Farfus
BMW
M6 GT3
158 24:09:23.017
165.990
6:54.159
8:23.321
181.516
99
5 1 SP9 Mercedes-
AMG Team
Black Falcon
Maro Engel
Adam Christodoulou,
Yelmer Buurman,
Manuel Metzger
Mercedes-
AMG GT3
158 24:09:39.693
165.958
7:10.835
8:25.659
180.677
118
6 31 SP9 Frikadelli
Racing Team
Michael Christensen,
Klaus Bachler,
Norbert Siedler,
Lucas Luhr
Porsche
911 GT3 R
157 24:01:08.544
165.883
1 Runde
8:27.279
180.100
41
7 22 SP9 Wochen-
spiegel Team
Monschau
Georg Weiss,
Oliver Kainz,
Daniel Keilwitz,
Jochen Krumbach
Ferrari
488 GT3 
157 24:02:43.883
165.700
1 Runde
8:19.375
182.950
99
8 33 SP9 Falken
Motorsports
Peter Dumbreck,
Alexandre Imperatori,
Stef Dusseldorp,
Marco Seefried
BMW
M6 GT3
157 24:03:07.178
165.656
1 Runde
8:24.195
181.201
100
9 8 SP9 HARIBO
Racing Team
Mercedes-AMG
Lance David Arnold,
Maximilian Götz,
Renger van der Zande
Mercedes-
AMG GT3
157 24:03:40.442
165.592
1 Runde
8:24.189
181.203
89
10 99 SP9 Rowe Racing Philipp Eng,
Maxime Martin,
Marc Basseng
BMW
M6 GT3
157 24:04:37.361
165.483
1 Runde
8:24.305
181.162
113

Das vollständige Gesamtergebnis findet Ihr hier!

Klassensieger

Kls. Gest./Gew. # Team Fahrer Wagen Rdn. Gesamt (Std.)
Schnitt (km/h)
Schn.-Rnd. (Min.)
Schnitt (km/h)
in Runde
AT 5/3 320 - Thomas von Löwis of Menar,
Daniel Schellhaas,
Axel Duffner
Porsche Cayman GT4 137 24:05:40.251
144.298
9:27.892
160.877
34
CUP 3 10/9 307 Teichmann Racing Daniel Bohr,
Fabio Grosse,
Maximilian,
Kim-Luis Schramm
Porsche Cayman GT4 Clubsport 142 24:00:15.461
150.126
9:13.958
164.924
90
Cup 5 13/11 249 ADAC Team Weser Ems e.V. Yannick Mettler,
Patrick Hinte,
Marc Ehret,
Michael Schrey
BMW M235i Racing 138 24:05:17.042
145.390
9:34.445
9:34.445
2
SP 10 5/1 72 BLACK FALCON Team TMD Friction Carlos Gomez,
Ronny Lethmate,
Mehmet Kaya Mustafa,
Gabriele Piana
Porsche Cayman GT4 140 24:02:09.141
147.817
9:19.176
9:19.176
2
SP 2T 2/2 114 Stanco &Tanner Motorsport Stephan Kuhs,
Sandro Rothenberger,
Sarah Toniutti,
Rolf Weissenfels
Renault Clio Endurance 108 23:54:06.097
114.671
10:07.830
150.307
39
SP 3 15/9 131 - Stephan Epp,
Gerrit Holthaus,
Michael Bohrer,
Michael Uelwer
Renault Clio RS CUP Avia Racing 131 24:04:39.340
138.075
10:05.619
150.855
31
SP 3T 12/10 89 LMS Engineering Stefan Wieninger,
Ulrich Andree,
Daniela Schmid,
Christian Schmitz
Audi TTRS2 145 23:56:58.525
153.648
9:10.005
166.109
116
SP 5 1/1 83 LEUTHEUSER RACING&EVENTS Harald Rettich,
Fabrice Reicher,
Dominique Nury,
Richard Purtscher
BMW 1M-Coupé 133 24:08:00.700
139.858
9:37.910
158.088
94
SP 6 6/3 81 Hofor- Racing Christian Titze,
Bernd Küpper,
Michael Fischer,
Cor Euser
BMW M3 CSL 131 24:05:25.507
138.002
9:28.657
160.661
87
SP 7 10/6 66 Manthey Racing Stefan Aust,
Ralf Oeverhaus,
Christian Bollrath
Porsche 911 GT3 Cup-MR 146 24:01:30.943
154.221
8:46.318
173.585
19
SP 8 7/5 7 Aston Martin Lagonda Ltd Darren Turner,
Nicki Thiim,
Markus Lungstrass,
Peter Cate
Aston Martin GT8 147 24:06:44.382
154.716
9:00.931
168.895
92
SP 8T 5/3 40 Securtal Sorg Rennsport Dirk Adorf,
Ricky Collard,
Jörg Weidinger,
Jethro Bovingdon
BMW M4 GT4 140 24:07:31.350
147.269
9:10.490
165.963
89
SP 9 30/18 29 Audi Sport Team Land Connor De Phillippi,
Christopher Mies,
Markus Winkelhock,
Kelvin van der Linde
AUDI R8 LMS 158 24:02:28.858
166.784
8:22.120
181.950
112
SP 9-LG 4/3 37 Bentley Team ABT Christopher Brück,
Christian Menzel,
Nico Verdonck,
Christer Jöns
Bentley Continental GT3 155 24:09:33.024
162.820
8:25.598
180.698
110
SP-X 7/5 702 TRAUM MOTORSPORT SA Thomas Mutsch,
Andrea Piccini,
Fernandez Laser Felipe,
Franck Mailleux
SCG003C 148 24:06:40.395
155.776
8:22.750
181.722
90
TCR 5/4 175 mathilda racing Andreas Gülden,
Benjamin Leuchter,
Dennis Wüsthoff,
Constantin Kletzer
Volkswagen Golf GTI TCR 142 24:00:08.334
150.139
9:17.810
163.785
102
V 3 1/1 161 Team Mathol Racing e.V. Jan Sluis,
Luca Veronelli,
Detlef Wormstall,
Christian Kranenberg
Toyota GT86 119 23:59:42.547
125.858
10:26.149
145.909
95
V 4 10/6 156 Securtal Sorg Rennsport Torsten Kratz,
Oskar Sandberg,
Kevin Warum
BMW 325 i 129 24:00:50.060
136.328
10:27.626
145.566
22
V 5 6/5 144 - Dominik Schöning,
Marek Böckmann ,
Jürgen Nett,
Olivier Muytjens
Porsche Cayman 134 24:03:20.358
141.366
10:01.616
151.859
72
V 6 4/3 133 BLACK FALCON Team TMD Friction Saud Al Faisal,
Thomas Bolz,
Fidel Leib,
Aurel Schoeller
Porsche Carrera 135 24:02:47.822
142.475
9:37.372
158.236
100
V2T 2/1 177 - Strycek Lena,
Strycek Robin,
Strycek Volker
Opel Astra J OPC 119 23:56:24.427
126.147
10:20.304
147.284
107

Das vollständige Gesamtergebnis findet Ihr hier!

Video

Zur Übersicht/Zeitplan "45. ADAC Zurich 24h-Rennen" 2017 
Zur Übersicht "24h-Rennen Nürburgring"


Quellen: 24h-Rennen Nürburgring, VW, BMW AG, Audi AG
Fotos: 24h-Rennen Nürburgring, BMW AG, VW, Christoph de Haar
* Auszug aus dem vorläufigen Zeitplan, Zeiten können abweichen