RCN 5. Lauf 2006 "Preis der Erftquelle"

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  • Gesamtsieger Hans-Rolf Salzer erstmals unter acht Minuten – CHC light: Stölting/Matuschewski auf dem Vormarsch

Nürburgring/Schönau, 5. August 2006 Perfekter hätte das Wochenende für Harosa-Motorsport aus Alpenrod beim fünften Saisonlauf zum Castrol-HAUGG-Cup „Um die Willi Hieke Pokale“ nicht verlaufen können: Vater Hans-Rolf Salzer feierte seinen dritten Saisonsieg, bleibt Tabellenführer und knackte endlich die Acht Minuten-Marke, Sohn Sascha verbesserte erneut den Rundenrekord in der Klasse V4 und ist in der Meisterschaft schon sechster. Insgesamt starteten 96 Teams beim „Preis der Erftquelle“ der Sportfahrergemeinschaft Schönau e. V. im ADAC, der bei perfekten äußeren Bedingungen auf der Nürburgring-Nordschleife ausgetragen wurde.

Peter Festl vergeigte bereits in der zweiten Runde seinen möglichen zweiten Gesamtsieg in Folge. Der Hückeswagener sammelte 70 Strafpunkte und rutschte weit zurück. Am Steuer des Porsche GT3 drehte der Seat-Händler dann aber mächtig auf und verbesserte in der zwölften Runde seinen eigenen bestehenden Rundenrekord in der Gruppe N/F über 2000 ccm. 7.50 Minuten bedeuteten eine Verbesserung um vier Sekunden. Mit 37 Sekunden Rückstand wurde Festl immerhin Gesamtzweiter und natürlich Sieger der Gruppe N/F.

Hans-Rolf Salzer geriet in der Anfangsphase mächtig unter Druck von Niels Marnet/Andreas Pili (Königstein/Bad Homburg) im Audi RS4. Marnet übernahm mit einer 8.05 Minuten in Runde drei sogar erstmals die Gesamtführung bei einem CHC-Lauf, Salzer drehte 8.06 Minuten. In Runde drei konterte Salzer mit 7.59 Minuten und blieb endlich erstmals unter der Acht-Minuten-Marke. Bis zur Rennhälfte konnte der Westerwälder 12 Sekunden Vorsprung auf den Hessen herausfahren. Am Ende wurde das Audi-Duo hinter Johannes Trimborn (Swisttal) im Audi S2 Klassendritter und Gesamt-Fünfter.

Lothar Leifer (Baiersdorf) wurde im Porsche RS wie schon im Rahmen der ADAC-24 Stunden Gesamtdritter. In der Gruppe H verwies der Pilot des luftgekühlten 911er den wassergekühlten GT3 von Gerald Schalk (Wetter) und seinen Modellkollegen Eric Karlsson (Miltenberg) auf die Plätze. Bernd Huber (Waldbröl) kam im BMW 325i als bester Nicht-Porsche auf Platz vier.

Die Gruppe H bis 2000 ccm war mit 20 Startern erneut sehr gut besetzt. In Führung ging zunächst der Opel Manta von Frank Diehl/Stefan Plate (Hof/Neunkirchen), obwohl Startfahrer Diehl auf den Schalk Porsche auflief und Zeit verlor. Ein technischer Defekt sorgte dann aber für den dritten Ausfall in Folge der Siegerländer. Markenkollege Marcus Müller (Bleialf) übernahm die Führung und gab diese bis zum Schluss auch nicht mehr ab. „Gott sei Dank hatte ich in der Woche noch einen kleinen Defekt an der Getriebeglocke bemerkt und repariert. Heute lief alles perfekt.“ Mit 80 Sekunden Vorsprung fiel der Sieg deutlich aus. Auf die Plätze zwei und drei kamen die beiden Renault Clio von Marc-Oliver Beckord (Willich) und Meinhard Hellweg (Köln). Uwe Erdtmann (Wiesloch) wurde im VW Golf GTi mit nur fünf Sekunden Rückstand vierter und verbesserte sich in der Meisterschaft auf Rang sieben.

Zu den Pechvögeln gehörten Thorsten Drichel und Ariane Schlüter (beide Selm), die mit zwei gebrochenen Zündkabeln am VW Golf GTi aufgeben mussten. Der Wechsel aller Zündkerzen und Zündspule am Ford Escort RS2000 ließ Bastian Hüttinger (Neuenstein) vom zweiten auf den zehnten Platz abrutschen. „Die letzten drei Wochen habe ich Tag und Nacht am neuen Motor gearbeitet, wir sind erst gestern um 22.00 Uhr fertig geworden“, berichtete „Basti“. Probleme mit der Benzineinspritzung bremsten Christoph Czwielung (Bonn) und Alexander Roth (Ebersbach) an ihrem Ford Escort. „Wir konnten es an der Box reparieren, kostete aber über zehn Minuten“, ärgerte sich Czwielung. Das Duo wurde immerhin noch 14.

Die rechte Antriebswelle am Honda Civic wechselte die Mannschaft rund um Thomas Krüger (Stolberg). „Als dann die linke brach, habe ich aufgegeben“, ärgerte sich der ehemalige Vizemeister. „Ich stehe vor einem Rätsel, beim letzten Rennen hatte ich die gleichen Probleme.“ Walter Schneider/Karl-Heinz Teichmann (Herschbroich/Barweiler) siegten mit dem VW Golf GTi somit in der Gruppe H bis 1600 ccm vor Vater und Sohn Jens und Joachim Scheefeldt (beide Köln) im Ford Fiesta Fun. In der Gruppe bis 1300 ccm siegte Wilhelm Dohmen (Aachen) mit dem KRS-VW Polo Coupé.

Die Titelverteidiger Jürgen Schulten (Hamminkeln) und Ludger Henrich (Schmitten) tauschten ihren Meisterwagen, den Opel Corsa GSi aus der V2, gegen einen Opel Astra OPC und wechselten in die Gruppe N/F bis 2000 ccm. „Hier sind unsere Chancen höher“, waren sich die beiden einig. „Der letzte Lauf und einige Fahrzeuge dort haben uns zu diesem Schritt bewogen.“ In der Gruppe N/F bis 2000 ccm siegten Schulten/Henrich auf Anhieb und verkürzten – da mehr Starter in der Klasse – den Abstand zu Tabellenführer Hans-Rolf Salzer etwas.

Auch wenn der Erfolg mit 44 Sekunden vermeintlich deutlich ausfiel: Vater und Tochter Klaus und Julia Flint (beide Melle) gönnten dem Opel-Duo keine Verschnaufpause. „Ich denke, der Opel hat etwas mehr Leistung und die beiden machen das auch schon ein paar Jahre länger als ich“, war Klaus Flint dennoch zufrieden. In der Bestzeit trennten die beiden gerade einmal fünf Sekunden: Henrich fuhr 8.39 Minuten, der Peugeot-Pilot 8.44. Und das auch noch mit dem Mehrgewicht der Beifahrerin. Froh war Flint, den Fehler der Reifenschäden beim letzten Mal gefunden zu haben. „Der Reifen war etwas zu breit, er schliff an der Innenseite. Jetzt haben wir die Spur verbreitert und alles passt.“

Bei den VLN-Serienwagen bis 2500 ccm verbesserte Sascha Salzer (Alpenrod) mit dem Harosa-BMW M3 seinen eigenen Rundenrekord auf nun 8.32 Minuten. Der Gruppensieg war natürlich nur noch Formsache. In der Klasse bis 1850 ccm beendete Rudolf Brandl endlich seine Pechsträhne. Für den BMW-Piloten aus Walldürn war es der 14. CHC-Klassensieg und der erste seit 1998! Ralf Grass/Torsten Kratz (Uedem/Mönchengladbach) führten bis zur Halbzeit mit 16 Sekunden, mussten sich dann im Grass Racing-BMW 318iS geschlagen geben. Dritter wurden Ex-Meister Ulrich Ehret (Buchen-Hainstadt) und Karsten Sauk (Sassenberg) in einem weiteren BMW 318iS vor Marcel Schmidt (Wuppertal) im Kaltenbach-BMW 318iS. „Die Zeiten werden immer besser“, freute sich Schmidt, der Rang drei nur um vier Sekunden verpasste.

MLT: Stölting/Matuschewski Tagesbeste

Die beiden Düsseldorfer Jürgen Stölting und Thomas Matuschewski waren das beste Team der Michaela-Lochmann-Trophy. Mit dem BMW 318iS blieb das Duo strafpunktefrei bei den Specials bis 2000 ccm und war in den Sprintrunden zweieinhalb Minuten (!) schneller als Holger Träger/Karl-Heinz Zammert (Bochum/Düsseldorf) im VW Golf GTi, die ebenfalls strafpunktefrei blieben. Träger/Zammert führen weiter in der Meisterschaft, doch der Vorsprung wurde kleiner.

Michael Schnatmeyer (Hiddenhausen) lenkte seinen Ford Puma auf Rang drei und verbesserte sich in der Meisterschaft auf Rang sieben. Als vierte freuten sich die beiden Luxemburger Claude Hamer und Tom Meyers (beide L-Hamer) mit dem DM-VW Golf GTi über ihr bestes MLT-Ergebnis. Mit einem Motorproblem parkten Gerhard Diel/Manuel Schönherr (beide Wermelskirchen) den Kissling-Opel Astra in der vierten Runde im Bereich des Karussells. Ebenfalls nicht ins Ziel kamen Michael Daum/Alexander Meyer (Dreisbach/Trierweiler) im VW Golf GTi aus der Klasse über 2000 ccm, die zuletzt vier Klassensiege in Folge feierten.

Bei den seriennahen Fahrzeugen bis 2000 ccm siegte erstmals Andrea Heim (Gronau). Mit ihrem Renault Clio blieb sie strafpunktefrei und verwies Carsten Patterer (Montabaur) im VW Golf auf Rang zwei. Dritte wurden Volker und Michael Geburek (beide Rommerskirchen) im BMW 318iS.

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Quelle: RCN-Media