15. Juli 2006: CHC 4. Lauf: Rhein-Ruhr

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  • Peter Festl feiert seinen ersten Saisonsieg – Neuer Tabellenführer und Halbzeitmeister ist Hans Rolf Salzer

(Nürburgring/Oberhausen) Peter Festl kehrt in die Erfolgsspur zurück: Nach zwei Ausfällen in Folge feierte der Hückeswagener seinen ersten Saisonsieg beim vierten Lauf zum Castrol-HAUGG-Cup „Um die Willi Hieke Pokale“. Nach 15 Runden auf der Nürburgring-Nordschleife hatte der Porsche GT3Pilot 38 Sekunden Vorsprung auf Matthias Holle (Diez) im Honda S2000. Dritter wurde Hans-Rolf Salzer (Alpenrod), der sich mit dem Harosa-BMW M3 auch die Halbzeitmeisterschaft sicherte. Insgesamt starteten 107 Fahrzeuge zur Rundstrecken-Challenge „Rhein-Ruhr“ des AC Oberhausen e.V. im ADAC. Festl, Holle und Salzer lieferten sich vom ersten Meter an einen packenden Dreikampf. Salzer ging mit einer 8.10 Minuten in Führung, Festl übernahm die Spitze dann in Runde vier. Und in der zehnten Runde zog auch Holle am BMW-Piloten vorbei und konnte bis zum Zielstrich vier Sekunden herausfahren. Beide verbuchten jeweils einen Klassensieg – Matthias Holle bei den Specials bis 2000 ccm, Salzer über 2000 ccm – aber Dank des Wer tu ngsgruppensieges freute sich der Honda-Pilot über ein paar Pünktchen mehr für die Meisterschaft.

Apropos Meisterschaft: Der vierte Lauf des Jahres wirbelte die Tabelle kräftig durcheinander. Als erstes erwischte es Vizemeister Bastian Hüttinger (Neuenstein), an dessen Ford Escort RS 2000 in der dritten Runde eine Zündkerze den Dienst quittierte. „Deshalb haben wir jetzt in einem Kolben ein Loch“, meinte ein enttäuschter „Basti“.

Viel Pech hatten auch die bisherigen Tabellenführer Klaus und Julia Flint (Melle) mit dem Tost-Peugeot 206. Bereits zur Halbzeit beklagte das Vater-Tochter-Team Probleme vorne links. „Irgendwie stimmt etwas nicht, ich vermute Probleme mit der Antriebswelle oder dem Getriebe“, rätselte Klaus Flint bereits beim Boxenstopp nach sieben Runden. Der Reifen war bis auf das Gewebe durchgescheuert und wurde erneuert, das Peugeot-Duo nahm das Rennen wieder auf. Doch nur drei Runden später parkte der blaue Peugeot wieder in der Boxengasse, dieses Mal war der linke Vorderreifen sogar geplatzt. Jetzt wurde ein Regenreifen montiert und mit vorsichtiger Fahrweise erreichte das Duo immerhin noch als Vierter der Gruppe F/N bis 2000 ccm das Ziel. In der Meisterschaft rutschten die beiden auf Rang vier ab.

Des einen Leid ist des anderen Freud: Nach dem Pech der Flints freuten sich Christof Degener (Hattingen) und André Benninghofen (Velbert) über ihren ersten Klassensieg mit dem Benninghofen VW Golf GTi. Maik und Marco Knappmeier (Melle) wurde im Seat Ibiza zweite vor den Solinger Michael Bender/Christa Wimmer im Honda Civic Type-R. In der Gruppe F/N über 2000 ccm siegte Peter Festl vor Sven Kurtenbach (Dattenberg) im VW Golf VR6. Bei den Specials bis 1400 ccm feierte Wilhelm Dohmen (Aachen) im Peter Herberg-VW Polo seinen ersten Saisonsieg.

Mit 13 Fahrzeugen waren die Serienwagen bis 1850 ccm so stark besetzt wie noch nie. Und gleich beide Klassensieger der letzten beiden ADAC 24h-Rennen starteten erstmals im CHC. Axel Nolde (Ennepetal) und Bojan Ferk (Grevenbrück) siegten vor kurzem beim ADAC-Event mit dem von Kissling Motorsport gebauten Opel Corsa, im Vorjahr hatte nach 24 S tu nden der BMW 318iS von Walter Weber (Welschbillig) und Heiko Seiwert (Hofweiler) die Nase vorn. Zwei harte Brocken für die amtierenden Meister Ludger Henrich (Schmitten) und Jürgen Schulten (Hamminkeln) im Pink Power Performance Center-Opel Corsa.

Das BMW-Duo vergeigte gleich in der zweiten Runde alle Siegeschancen, als man die Sollzeit um 25 Sekunden verfehlte und 250 Strafpunkte kassierte. Mehr als Platz neun war für das Duo vom EMSC Bitburg nicht mehr möglich. Bis zur sechsten Runde führte der Grass Racing-BMW 318iS mit Torsten Kratz (Mönchengladbach) am Steuer, ehe sich ein Massekabel löste. „Das fing leider in der Hatzenbach schon an, der Motor lief nur noch auf drei Zylindern“, ärgerte sich Kratz. „Das hat uns über eine Minute gekostet.“ Im Ziel sollte es für Kratz und Ralf Grass (Uedem) noch zu Platz drei reichen.

Somit blieb der Zweikampf der beiden Opel Corsa-Teams. Und hierbei sah es zunächst nach einem Erfolg des Pink Power-Duos aus, denn Jürgen Schulten konnte bis zur Halbzeit 36 Sekunden Vorsprung auf Axel Nolde herausfahren. Doch in der zweiten Rennhälfte blies Bojan Ferk zur Aufholjagd und ging in der zwölften Runde an Ludger Henrich vorbei. Im Ziel betrug die Differenz 22 Sekunden zu Gunsten des Slow Mover Teams gegenüber den amtierenden Meistern, die sich bei einem erneuten Erfolg die Halbzeitmeisterschaft hätten sichern können.

Die Wertungsgruppe der Serienwagen wurde erneut eine sichere Beute von Sascha Salzer (Alpenrod) im Harosa-BMW M3. Die schnellste Rundenzeit aber drehte Peter Bonk (Senden) am Steuer des Bonk Motorsport-BMW 130i im elften Umlauf: Seine 8.25 Minuten bedeuteten gleichzeitig neuen Rundenrekord für VLN-Serienwagen auf der Nordschleife.

In der mit 20 Fahrzeugen am stärksten besetzen Gruppe H bis 2000 ccm freute sich Marc-Oliver Beckord (Willich) über seinen ersten CHC-Erfolg überhaupt. Mit seinem Renault Clio hatte Beckord 22 Sekunden Vorsprung auf Marcus Müller (Bleialf) im Opel Manta und 38 Sekunden auf Markus Schumacher/Maic Hagenloch (Bonn/Ofterdingen) mit dem BMW 320iS. Ganze vier Sekunden trennten die beiden VW Golf-Teams Thorsten Drichel/Ariane Schlüter (Selm) und Uwe Erdtmann (Wiesloch). Eric Karlsson (Miltenberg) und Lothar Leifer (Baiersdorf) sorgten in der Gruppe H über 2000 ccm für einen Doppelsieg der luftgekühlten Porsche 911. Dritter Platz für Gerald Schalk (Wetter) mit dem wassergekühlten GT3, BMW-Pilot Bernd Huber (Waldbröl) wurde als vierte bester Nicht-Porsche.

Träger/Zammert Halbzeitmeister im CHC light

In der Michaela-Lochmann-Trophy bauten Holger Träger (Bochum) und Karl-Heinz Zammert (Düsseldorf) am Steuer des Benninghofen-VW Golf GTi mit dem dritten Saisonsieg die Tabellenführung weiter aus. Bei den Specials bis 2000 ccm hatten Jürgen Stölting/Thomas Ma tu schewski (Düsseldorf) mit dem BMW 318iS 0,2 Sekunden Rückstand, dritter wurde Michael Schnatmeyer (Hiddenhausen) im Ford Puma. Frank Mestermann/Dirk Kriwett (Hattingen/Essen) siegten mit ihrem Benninghofen-VW Golf bei den Specials bis 1600 ccm vor drei luxemburgischen Teams, in der Klasse über 2000 ccm waren es erneut Michael Daum/Alexander Mayer (Dreisbach/Trierweiler) im DM-Racing VW Golf GTi.

Bei den seriennahen Fahrzeugen freute sich VW Golf-Pilot Carsten Patterer aus (Montabauer) über den ersten CHC-Sieg. Volker und Michael Geburek (Rommerskirchen) blieben im BMW 318iS ebenso strafpunktefrei wie Mike Schwenk (Volxheim) in seinem BMW 318iS. Die schnellste Sprintrunde entschied schließlich zu Gunsten von Patterer.

Überschattet wurde der Wertungslauf von einem tragischen Zwischenfall. In der ersten Runde erlitt Manfred Pesch aus Meckenheim am Steuer seines VW Polo Coupé einen Herzinfarkt und blieb im Streckenabschnitt Bergwerk mitten auf der Fahrbahn stehen. Obwohl innerhalb weniger Minuten mehrere Ärzte und ein Krankenwagen am Unglücksort eintrafen, blieben alle Reanimationsversuche erfolglos. Der 58jährige verstarb kurze Zeit später im Adenauer Krankenhaus. Der selbständige Kaufmann hinterlässt eine Frau und ein Kind.

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Quelle: RCN