1. April 2006: CHC 1. Lauf: Rund um die Nürburg

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  • Hans-Rolf Salzer triumphiert beim perfekten Saisonauftakt

(Nürburgring/Schönau) Was für ein Saisonauftakt im Castrol-HAUGG-Cup „Um die Willi Hieke Pokale“! Am Ende sah man fast ausnahmslos zufriedene Gesichter, angeführt von Gesamtsieger Hans-Rolf Salzer (Alpenrod). Am Steuer des Harosa-BMW M3 feierte der Westerwälder nach 15 Runden (= 312,45 Kilometer) seinen 14. Gesamtsieg und hatte 108 Sekunden Vorsprung auf die Markenkollegen Paul Gerd Krell/André Krumbach (Bonn/Eschweiler). Erster Tabellenführer ist Bastian Hüttinger aus Neuenstein, der in der am stärksten besetzten Klasse der Gruppe H bis 2000 ccm (14 Starter) die Nase vorn hatte.

Die größte Freude des Tages herrschte unbestritten im Team von Klaus Flint und seiner Tochter Julia. Die beiden aus Melle im Landkreis Osnabrück kehrten nach der absolut enttäuschenden Vorsaison in die Erfolgsspur zurück. Am Steuer des Peugeot 206 feierten die beiden in der Gruppe F/N bis 2000 ccm einen vielumjubelten Sieg. Von Beginn an hatten sie das Geschehen dominiert. „Herrlich, sieben Runden ohne Probleme. Wir sind mehr gefahren als im ganzen letzten Jahr“, strahlte Klaus Flint bereits beim planmäßigen Boxenstopp. Bis zur Zieldurchfahrt wuchs der Vorsprung auf über sechs Minuten an, und das in der mit 12 Fahrzeuge sehr stark besetzten Klasse.

Robert und Annette Krengel (Siegburg) lenkten ihren Renault Clio RS auf den zweiten Rang und freuten sich ebenfalls über das beste Ergebnis nach langer Zeit. Dabei hatte das Ehepaar bereits nach zwei Runden – wie etliche andere Teams auch – die Boxen angesteuert. „Es ist für die Regenreifen einfach zu trocken, wir brauchen Slicks“, war Robert Krengel überzeugt. Und der Plan ging auf: In der letzten Sprintrunde zog das Renault-Duo noch an Meinhard Hellweg (Köln) im Ford Puma vorbei und schob sich auf den zweiten Platz. Pech hatte der amtierende Meister aus der Michaela-Lochmann-Trophy, Christof Degener aus Hattingen: Sein Teamkollege André Benninghofen (Velbert) musste den VW Golf GTi in der elften Runde mit gebrochener Antriebswelle abstellen.

Als einer von nur ganz wenigen Startern hatte Bastian Hüttinger von Beginn an auf Trockenreifen gesetzt. „Bastian und ich haben uns daran erinnert, wie wir mal ein Kartrennen bei solchen Wetterbedingungen turmhoch gewonnen haben“, freute sich Vater und Manager Dieter über den gelungenen Schachzug. Zunächst hatte der Vizemeister des Vorjahres knapp das Nachsehen gegenüber Christian Rziczny (Vörden) im Audi Coupé sowie dem Opel Manta-Duo Frank Diehl/Stefan Plate (Hof/Neunkirchen), doch ab der vierten Runde erwies sich die Reifenwahl als goldrichtig. Die Nordschleife war nahezu abgetrocknet und der frischgebackene Kfz-Meister holte sich nebenbei auch noch den Gruppensieg.

Die Siegerländer Diehl/Plate hatten mit zunehmender Dauer Motorprobleme und das Opel-Triebwerk lief häufig nur auf drei Zylindern. Der vierte Platz (von 14) ist daher ein hervorragendes Ergebnis. Zufriedene Mienen natürlich auch bei Christian Rziczny, der mit neuem Getriebe – der Achillesferse aus dem Vorjahr – gleich auf Rang zwei fuhr vor Daniel Weber (Linz) im Opel Kadett. Bei den 24h Spezial bis 2000 ccm beklagte Matthias Holle (Diez) bereits in der zweiten Runde einen gebrochenen Auspuff am Honda S2000.

Im Kampf um den Gesamtsieg kristallisierte sich schnell ein Dreikampf heraus: Zunächst stürmte der Audi RS 4 von Niels Marnet (Königstein) und Andreas G. Pili (Bad Homburg) an die Spitze. In der vierten Runde, der ersten Sollrunde, hagelte es jedoch 100 Strafsekunden und die beiden Hessen fielen zurück. Krell/Krumbach übernahmen die Führung und hatten zur Halbzeit vier Sekunden Vorsprung auf Hans-Rolf Salzer. Beide wechselten bei den planmäßigen Boxenstopps von Regenreifen auf Slicks und gleich näherten sich die Rundenzeiten der Acht-Minute-Grenze. In Runde acht zog Salzer vorbei und enteilte der Konkurrenz. Krell/Krumbach wurde zweite vor Johannes Trimborn (Swisttal) im Audi S2, der in 8.09 Minuten eine neue persönliche Bestzeit markierte. Marnet/Pili sammelten in Runde 12 weitere 20 Strafsekunden und mussten so auch noch Trimborn ziehen lassen. Die schnellste Runde des Tages drehte übrigens Frank Bierther (Bornheim) mit seinem BMW M3 in exakt 8.00 Minuten.

Bei den Serienwagen bis 1850 ccm versuchten Ralf Grass (Uedem) und Torsten Kratz (Mönchengladbach) mit anderer Reifenstrategie auf dem Grass Racing-BMW 318iS zu Erfolg zu kommen. „Im Regen hat der Opel Corsa Vorteile, also müssen wir etwas riskieren“, war Grass vor dem Start überzeugt. „Daher haben wir Intermediates montiert.“ Die amtierenden Meister Ludger Henrich/Jürgen Schulten (Schmitten/Hamminkeln) setzten auf Regenreifen am Opel Corsa.

Auf zunächst nasser Strecke übernahm Henrich die Führung, doch Kratz wurde von Runde zu Runde schneller. Zur Halbzeit lag der BMW-Pilot mit acht Sekunden vorne, ohne eine Stop-and-Go-Strafe wäre der Abstand noch etwas größer gewesen. Die Entscheidung des bereits aus dem Vorjahr bekannten Duells fiel dann in Runde 12, als Ralf Grass die Sollrunde 17 Sekunden zu schnell beendete und 150 Strafsekunden kassierte. Rudolf Brandl (Walldürn) zog mit seinem BMW 318iS noch auf Rang zwei vorbei und war mit 8.50 Minuten an diesem Tag sogar der Schnellste in der Klasse.

In der Michaela-Lochmann-Trophy erzielten Holger Träger /Karl-Heinz Zammert (Bochum/Düsseldorf) ein bislang kaum für möglich gehaltenes Ergebnis. In fünf der acht Runden blieben die Stoppuhren bei exakt 12.34,1 Minuten stehen, einmal bei 12.34,3. Die übrigen beiden Runden – die Einführungs – und die Auslaufrunde – haben auf die Wertung ohnehin kaum Einfluss. „Wir sind schon ganz zufrieden und haben gezeigt, dass wir über den Winter nichts verlernt haben“, freute sich Träger, der in 2004 bereits MLT-Meister war. „Die 0,2 Abweichung in der einen Runde sind natürlich furchtbar, da müssen wir noch an uns arbeiten“, fügte der 32jährige mit einem Augenzwinkern hinzu.

Hinter Träger/Zammert mit dem Benninghofen-VW Golf kamen bei den verbesserten Fahrzeugen bis 2000 ccm Timo Malburg/Martin Gläsener (Grimburg/Perl) im Peugeot 205 auf den zweiten Rang, dritte wurden Rainer Geppert/Jörn Hüttemann (Reichshof/Netphen) mit dem Opel Kadett. Die Teamkollegen von Malburg/Gläsener, Michael Daum aus Dreisbach sowie der Trierweiler Alexander Mayer mit dem VW Golf, kamen in der Klasse über 2000 ccm zu einem überlegenen Sieg. Bis 1600 ccm sorgten Frank Mestermann/Dirk Kriwett (Hattingen/Essen) für einen weiteren Team Benninghofen-Sieg.

In den seriennahen Klassen der MLT siegten die Düsseldorfer Jürgen Stölting und Thomas Matuschewski im BMW 318iS (bis 2000 ccm) sowie der Luxemburger Johnny Veloso mit seinem Ford Fiesta. Im Feld der 20 MLT-Teams gab es übrigens nicht einen (!) Ausfall. Glück im Unglück hatten Gerhard Diel und Manuel Schönherr mit dem Kissling-Opel Astra. In der zweiten Runde platzte der rechte Vorderreifen, doch nur ein paar Plastikteile des Astra blieben auf der Strecke. Das Pink-Power Team half kurzerhand mit zwei Slickreifen aus und Diel/Schönherr konnten zumindest noch zu Ende fahren.

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Quelle: RCN