VLN 7. Lauf 2008 "40. ADAC Barbarossapreis"

Hauptkategorie: VLN
  • 40. ADAC Barbarossapreis
  • 7. Lauf VLN – BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring 2008
  • Veranstalter: MSC Sinzig e.V. im ADAC
  • Nordschleife und GP-Strecke (Kurzanbindung), 24.433 m
  • DMSB Reg.-Nr. 263/08

Entscheidungen im Sinne der Sicherheit

„Rote Flagge!“ Die Race-Control gleicht für einen kurzen Moment einem Ameisenhaufen. Hektik bricht jedoch nicht aus. Jeder weiß genau, was er zu tun hat. Blitzschnell werden alle notwendigen Schritte eingeleitet, nur wenige Minuten später verstummen die Motoren in der ‚Grünen Hölle‘.

„Auch nach mehr als 45 Jahren im Motorsport – die Entscheidung, ein Training oder Rennen mit der roten Flagge zu unterbrechen, ist niemals einfach“, sagt Hans Jürgen Hilgeland (Ennepetal), VLN-Vorstand und Rennleiter beim 40. ADAC Barbarossapreis. „Die Entscheidung muss schnell fallen und immer im Sinne der Sicherheit für Fahrer, Helfer und Zuschauer.“ Auf den Schultern des Rennleiters lastet die komplette Verantwortung für den sportlichen Bereich der Läufe zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring. Dabei stellt die 24,433 Kilometer lange Kombination aus Nürburgring Kurzanbindung und Nordschleife ganz besondere Anforderungen. Während auf modernen Grand-Prix-Kursen nahezu jeder Zentimeter mit Kameras einsehbar ist, agieren der Rennleiter und seine Mitarbeiter in der Race-Control zum Teil blind. „Wenn auf der Nordschleife etwas passiert, sind wir auf die Aussagen der Streckenposten angewiesen“, erklärt Hilgeland. „Das erfordert eine Menge Erfahrung und großes Vertrauen. Zugute kommt uns dabei, dass wir unsere Sportwarte speziell für den Einsatz in der Langstreckenmeisterschaft ausbilden. Daher können wir uns auf die Einschätzung der Helfer an der Strecke verlassen.“

Beim siebten Lauf zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring musste die Rennleitung eingreifen. Nach einem Unfall im Wehrseifen wurde das Training nach nur 28 Minuten unterbrochen und konnte nicht erneut aufgenommen werden. „In solchen Momenten muss man alle Emotionen ausblenden“, erinnert sich Hilgeland. „Es wird nicht diskutiert, sondern einfach gehandelt. Sicherheit geht vor.“

Beim 32. DMV 250-Meilen-Rennen des AC Monheim bekleidet Peter Bröcher (Olpe) den Posten des Rennleiters. „Ich wünsche ihm eine ruhige Veranstaltung“, sagt Hilgeland und fährt mit einem Augenzwinkern fort: „Denn auch wenn wir Rennleiter den Fans und Fahrern das eine oder andere Mal mit unseren Entscheidungen den Spaß verdorben haben – auch wir freuen uns am meisten über ein spannendes und unfallfreies Rennen.“

Zur Übersicht "Chronologie 2008"  
Zur Übersicht "VLN"


Quelle: VLN-Media
* Auszug aus dem Programmheft "Racing News", Zeiten können abweichen