Frikadelli Racing ohne Rennglück beim „Eifel-Sprint“ auf dem Nürburgring

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08.06.2021 | Barweiler Das Frikadelli Racing Team hat beim kürzesten 24h-Rennen in der Geschichte eine Top-Platzierung verpasst. Beide Porsche 911 GT3 R konnten nach einer glänzenden Vorbereitung auch beim Saisonhighlight die Pace der Gesamtspitze mitgehen, doch das nötige Rennglück blieb der Mannschaft aus Barweiler dieses Mal verwehrt. Eine insgesamt 14,5 Stunden lange Nebel-Unterbrechung hatte die 49. Auflage des legendären „Eifel-Marathons“ zum neuneinhalbstündigen „Eifel-Sprint“ gemacht.

„Die Pace war da, aber es hat an diesem Wochenende einfach nicht sollen sein. Beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring braucht man auch das nötige Quäntchen Glück, was uns mit beiden Fahrzeugen leider gefehlt hat. Im nächsten Jahr werden wir es erneut versuchen. Ein großes Dankeschön geht jedoch an die gesamte Mannschaft. Von den Ingenieuren angefangen über unsere Teammanagerin bis hin zu den Mechanikern und Fahrern – alle haben einen vorzüglichen Job gemacht“, lobt Teamchef Klaus Abbelen.

Aufgrund der starken Aufritte bei den Rennen zur Nürburgring Langstrecken-Serie sowie beim 6h-Qualifikationsrennen hatten die beiden Frikadelli Porsche 911 GT3 R bereits ihr Ticket für das entscheidende „Top-Qualifying“ sicher. Ein Wetterumschwung mit Gewitter und Starkregen sorgte unmittelbar vor der Session für allerschwierigste Streckenbedingungen. Dennis Olsen „schwamm“ mit dem #31 Porsche 911 GT3 R auf den 12. Startplatz. Sein Teamkollege Matt Campbell reihte sich mit dem #30 Porsche 911 GT3 R dahinter auf dem 17. Rang ein, nachdem dieser im Streckenabschnitt Bergwerk starkem Aquaplaning zum Opfer fiel. Dem Frikadelli Racing Team gelang es jedoch mit einer Nachtschicht das Fahrzeug am Folgetag wieder bestens präpariert an den Start zu bringen.

Im Rennen sollte es für beide Neunelfer von Frikadelli Racing zunächst schnell nach vorne gehen. Während sich Frédéric Makowiecki mit dem #31 Porsche 911 GT3 R in den ersten Rennrunden zeitweise bis in die Top-5 vorfahren konnte, stellte Matt Campbell als Startfahrer auf dem Schwesterfahrzeug den Kontakt zu den Top-10 her.

Nach etwas mehr als zweieinhalb Stunden musste Earl Bamber, der den #30 Porsche 911 GT3 R von Campbell übernommen hatte, jedoch bereits unplanmäßig die Box ansteuern. Ein Schaden an der Servolenkung zwang die Frikadelli Mannschaft zu einer längeren Reparaturpause und den Verlust von mehr als zwei Rennrunden auf die Spitze. Doch auch danach sollte die Pechsträhne nicht abreißen. Bei einer Berührung mit einem anderen Fahrzeug im Bereich Hatzenbach zog sich Bamber einen Reifenschaden zu und musste fast eine ganze Nordschleifenrunde in Schleichfahrt absolvieren. Der Rundenverlust gegenüber der Konkurrenz nahm dadurch noch einmal deutlich zu, weshalb man den #30 Porsche 911 GT3 R von Matt Campbell, Mathieu Jaminet, Earl Bamber und Nick Tandy am Abend vorzeitig in der Box abstellte. Der Fokus lag nun fortan auf dem #31 Porsche 911 GT3 R von Frédéric Makowiecki, Dennis Olsen, Maxime Martin und Patrick Pilet.

Aufgrund von zunehmendem Nebel entschied sich die Rennleitung aus Sicherheitsgründen gegen 21:30 Uhr für eine Rennunterbrechung, die 14,5 Stunden andauern sollte. Zu diesem Zeitpunkt fanden sich Makowiecki, Olsen, Martin und Pilet auf dem siebten Rang im Gesamtklassement wieder. Bedingt durch eine neue Regelung bei Rennabbruch hatte Frikadelli Racing jedoch das gänzlich schlechteste Szenario erwischt und musste bereits zwei Runden nach dem Restart wieder die Box ansteuern, um nachzutanken. Dadurch hatte man wieder eine Minute mehr Standzeit als viele andere Teams zu verzeichnen. Trotzdem gab das Fahrergespann im Anschluss noch einmal alles, um sich wieder vorzukämpfen.

Eine halbe Stunde vor Schluss war das Rennen jedoch für Frikadelli Racing beendet, als ein BMW M6 GT3 nach einem rundenlangen Zweikampf unmittelbar vor Patrick Pilet plötzlich unvermittelt langsam wurde und der Franzose keine Möglichkeit mehr hatte auszuweichen.

„Patrick hatte in der Situation leider keine Chance mehr zu reagieren. Was unter dem Strich bleibt sind unsere Doppelsiege bei den beiden Vorbereitungsrennen, über die wir nach wie vor sehr glücklich sind. An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal die Gelegenheit nutzen, unseren Porsche-Markenkollegen von Manthey Racing ganz herzlich zum Gesamtsieg beim 24h-Rennen zu gratulieren. Sie haben es sich verdient“, so Abbelen.

#31 Porsche 911 GT3 R

Fahrerstimmen nach dem Rennen:

Frédéric Makowiecki (#31 Porsche 911 GT3 R): „Es war ein sehr hartes Rennen, vor allem ganz zu Beginn mit dem Regen und der Wahl der richtigen Reifen. Wir haben ein paar kleine Fehler gemacht, die dazu geführt haben, dass wir ein wenig den Kontakt nach ganz vorne verloren haben. Durch die Kürzung der Renndistanz konnten wir das Ganze nicht mehr aufholen. Auch wenn es für uns leider nicht wie erhofft gelaufen ist, freue ich mich sehr über den Gesamtsieg der „Grello-Piloten.“

Dennis Olsen (#31 Porsche 911 GT3 R): „Wir haben in der schwierigen Anfangsphase des Rennens leider ein wenig Boden verloren, weshalb wir während der 3,5 Stunden nach dem Restart unheimlich viel riskieren mussten. Schade ist, dass wir nicht mehr Zeit zur Verfügung hatten. Beim Abbruch am Abend saß ich im Auto und es war von der Sicht her zu diesem Zeitpunkt für mich persönlich noch in Ordnung. Aber natürlich akzeptieren wir die Entscheidung der Rennleitung. Ich hoffe sehr, dass wir noch stärker zurückkehren werden und für Sabine irgendwann den Sieg beim 24h-Rennen erzielen können.“ 

Patrick Pilet (#31 Porsche 911 GT3 R): „Die rote Flagge kam für uns zum falschen Zeitpunkt heraus. Aber so ist das im Motorsport, manchmal hat du Glück und manchmal Pech. Insgesamt war es mit dem Gesamtsieg von Manthey Racing ein tolles Wochenende für Porsche, auch wenn wir speziell für Klaus und Sabine ein Top-Ergebnis erzielen wollten. Den Zusammenstoß mit dem BMW konnte ich leider nicht mehr verhindern, nachdem dieser mit seinen technischen Problemen mitten auf der Fahrbahn gestanden hat. Es tut mir extrem leid für unser Team, dass das Rennen so enden musste.“

Maxime Martin (#31 Porsche 911 GT3 R): „Wir haben wieder einmal ein sehr spezielles und dieses Mal auch äußerst kurzes 24h-Rennen erlebt. Die Bedingungen waren extrem wechselhaft und haben uns vor eine große Herausforderung gestellt. Bis zum Schluss haben wir um einen Platz in den Top-6 gekämpft, mehr war für uns leider nicht mehr möglich. Glückwunsch an dieser Stelle an die Mannschaft von Manthey Racing zum Gesamtsieg.“

Matt Campbell (#30 Porsche 911 GT3 R): „Leider haben wir ein sehr schwieriges Wochenende hinter uns. Kurz vor der roten Flagge mussten wir unser Auto nach einigen Rückschlägen, die nicht in unserer Hand lagen, zurückziehen. Das ist extrem schade, denn wir hatten eine tolle Vorbereitung mit dem Frikadelli Racing Team und unser Porsche 911 GT3 R war von der Performance her auf einem sehr guten Level.“

Mathieu Jaminet (#30 Porsche 911 GT3 R): „Wir waren auf einer sehr guten Strategie unterwegs, mit der wir das schwierige Qualifying hätten schnell vergessen lassen können. Zum goldrichtigen Zeitpunkt haben wir auf die geschnittenen Slicks gesetzt, dadurch hätten wir uns zurück ins Spiel bringen können. Leider sind dann im Anschluss die Probleme aufgetreten. Es wäre schön gewesen, wenn wir eine Top-Platzierung für Klaus und Sabine hätten einfahren können. Ich hoffe sehr, dass uns das in Zukunft beim 24h-Rennen gelingt. Vielen Dank an das gesamte Frikadelli Racing Team für die geleistete Arbeit.“

Earl Bamber (#30 Porsche 911 GT3 R): „Natürlich ist die Enttäuschung groß, denn wir waren so gut aufgestellt, dass wir um den Sieg hätten mitkämpfen können. Durch das richtige Timing bei den ersten Boxenstopps und der dort getroffenen Reifenwahl wären wir in der Lage gewesen, uns unter den schwierigen Bedingungen wieder nach vorne zu arbeiten. Leider ist genau zu diesem Zeitpunkt dann der Schaden an der Servolenkung aufgetreten. Schade, aber ich will mich trotzdem ganz herzlich beim Frikadelli Racing Team für die diesjährige Saison bedanken.“

#30 Porsche 911 GT3 R

Quelle: Frikadelli Racing
Fotos: Frikadelli Racing/BRFOTO-Reiter Dirk